Während sich die Golfsaison 2026 dem Ende entgegen neigt, bietet sich ein Rückblick auf Maßnahmen auf dem Platz an, ergänzt um einen Blick nach vorne.
Spielfreude und Spielfluss
Dieses Leitmotiv prägt die Veränderungen auf unserer Golfanlage. Hintergrund ist das seit einigen Jahren durch ein Bündel an Maßnahmen bewusst verfolgte Mitgliederwachstum, das mit den daraus resultierenden Beitragseinnahmen für die langfristige Existenzsicherung unseres Clubs unabdingbar bleibt. Die das Greenkeeping betreffenden jährlichen Kostensteigerungen v.a. für Kraftstoffe, Maschineneinsatz und Instandhaltung sowie für das Erfüllen zunehmender behördlicher Auflagen übersteigen die jährlichen Inflationsraten insgesamt deutlich.
Neben Mitgliederbeiträgen galt und gilt es auch die Greenfee-Einnahmen kontinuierlich zu steigern, nachdem diese in den Vorjahren rückläufig waren.
Spielfreunde und Spielfluss bedeuten vor allem:
- Weniger Ballsuche und Ballverluste,
- Geringere Wartezeiten – zügigeres Spiel,
- Höherer Durchsatz an Spielern pro Tag / pro Woche/ pro Monat,
- Höhere Auslastung des Platzes,
- Positivere Eindrücke von den gespielten Runden,
- Positivere Mund-zu-Mund-Propaganda,
- Längerer und zufriedener Verbleib von Mitgliedern im Club,
- Steigendes Interesse potenzieller Wechsler und Anfänger,
- Mehr Greenfee-Spieler,
- Steigende Einnahmen,
- Erweiterte Spielräume für Unterhalt und Weiterentwicklung unserer Golfanlage bzw. unseres Clubs insgesamt.
Diese Wirkungskette zieht sich wie ein roter Faden durch die Maßnahmenplanung nicht nur im Greenkeeping, sondern auch in den übrigen Ressorts.
Nachhaltigkeit und BioDiversität
Die bereits in den Vorjahren konsequent verfolgte Ausrichtung der Platzpflege- und Entwicklung auf Nachhaltigkeit und Biodiversität führte im laufenden Jahr zur erfolgreichen Re-Zertifzierung unter dem Golf&Natur Gold-Standard des Deutschen Golfverbands (DGV). Darüber wurde ausführlich berichtet. Dass Golfplätze Oasen der Biodiversität sein können, hat der DGV gezielt aufgenommen und koordiniert und fördert unter dem Projekt „GolfBioDivers“ entsprechende Maßnahmen bundesweit. Dabei wird unser GC Brückhausen wissenschaftlich begleitet vom Institut für Landschafts-Ökologie & Biodiversität an der Universität Münster. Darüber wurde ausführlich berichtet.
Die wissenschaftliche Bestandsaufnahme bisheriger Maßnahmen im Sommer hat erfreulicherweise bestätigt, dass sich (auch) auf unserem Golfplatz Pflanzenarten wieder ansiedeln und gedeihen, die anderenorts praktisch verschwunden sind. Dies gilt gleichermaßen für bestimmte Insekten-, Tier- und Vogelarten, die sich bei uns wohlfühlen. Unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit und Biodiversität setzen wir daher konsequent fort.
Damit folgen wir nicht nur unseren Überzeugungen, sondern reagieren auf zunehmendes Natur- und Umwelt-Bewusstsein in der Bevölkerung, unter unseren Mitgliedern und v.a. unter potentiellen Neumitgliedern. Wir treten bestimmten Vorurteilen damit bewusst entgegen. Von entscheidender, ggf. sogar existenzieller Bedeutung ist jedoch auch das Sichtbarmachen unserer Bemühungen und der damit verbundenen Wirkungen ggü. Naturschutz-Insitutionen und -Verbänden. Wir benötigen deren Unterstützung und Zustimmung in regelmäßig zu absolvierenden Prüf- und Genehmigungsprozessen, die für den Fortbestand unseres Golfclubs „Existenzsicherung“ bedeuten. Umgekehrt profitieren die Verbände und Institutionen auch von unserer nachhaltigen Bewirtschaftung und Pflege, die offensichtlich der Natur zugute kommen. Unser Golfplatz erweist sich bereits heute als eine Oase der Biodiversität.
Im kommenden Jahr steht – jeweils im 10-Jahres-Rhythmus – die Neuverhandlung der Wasserentnahmerechte an. Ohne gezielte Bewässerung – wenn auch mit Augenmaß und in Sparsamkeit – wären v.a. Grüns und Abschläge kaum zu erhalten und auch die Fairways würden unter den klimatischen Veränderungen – Temperaturanstieg und Trockenheit – erheblich leiden. Wir sind überzeugt, dass unser zertifiziertes Engagement für Nachhaltigkeit und Biodiversität im Zuge der amtlichen Bewertung beim bevorstehenden Genehmigungsverfahren entscheidende Argumente zu unseren Gunsten liefert.
Verständnis und aktive Unterstützung unserer Bemühungen durch alle Mitglieder sind weitere, entscheidende Faktoren für die langfristige Existenzsicherung unseres Clubs.
Maßnahmen im Jahresverlauf
Sanierung mehrerer Bunker
Da die Drainagen teils marode und somit unwirksam waren, mussten mehrere Bunker grundsaniert werden. Dies umfasste auch das Abtragen der im Laufe vieler Jahre in Spielrichtung aufgewachsene Bunkerkanten die entsprechend eingeebnet und bis an den Grünrand mit Rollrasen neu gesodet wurden. Darüber haben wir ausführlich berichtet.
Den zu geringen Niederschlägen ist geschuldet, dass der neu aufgefüllte Sand sich im Saisonverlauf kaum setzen konnte und dadurch das Herausspielen aus einigen Bunkern deutlich erschwert wurde. Hier bitten wir um Nachsicht. Bis zum Beginn der kommenden Saison sollte dieses Problem gelöst sein.
Veränderung des Rough-Verlaufs
Einige der „neuralgischen“ Ballverlust-Zonen wurden durch Zurückdrängen des Hard-Roughs und somit durch Ausdehnung von Semi-Rough Flächen entlang der Spielbahnen entschärft. Schlagverluste sind dort selbstverständlich weiter in Kauf zu nehmen, jedoch bleiben zahlreiche Distanz-, Ball- und Zeitverluste infolge von Ballsuchen erspart. Die erwünschte Wirkungskette (siehe oben) stellt sich vielfach ein und wird von Mitgliedern aller Spielstärken sowie von Gastspielern anerkannt.
Einige Beispiele:
Standard-Arbeiten
Der regelmäßigen Routine folgend wurden die Grüns und Abschläge mehrfach aerifiziert und nachgesät, die Fairways vertikutiert und nachgesät, Bunkerkanten gestochen und v.a.m. Wie in den Vorjahren wurde das Hard-Rough zweimal gemäht, zuletzt jedoch in Eigenregie, da diese Tätigkeit offenbar für dritte Landwirte oder Dienstleister wenig attraktiv ist. Das Greenkeeping Team unterstützt zudem bei zahlreichen Reparaturen am bzw. im Clubhaus, den Caddie-Hütten, der Halfway-Hütte, dem WC an Bahn 6 sowie rund um die Driving Range und sorgt für die Instandsetzung und Pflege der diversen Pumpen und des umfassenden Maschinenparks.
Wegweiser
Mehrere Stellen auf dem Platz werden durch Golfspieler, Trolles und insbesondere durch Carts besonders beansprucht, i.d.R. dort, wo typische Lauf- und Fahrwege„eng“ werden. Die wachsende Zahl aktiv spielender Golfer auf unserem Platz, ergänzt durch die inzwischen auf 10 Fahrzeuge angewachsene und gut ausgelastete Flotte von Golf-Carts hinterlassen im wahrsten Sinne des Wortes ihre Spuren.
Einige befestigte Wege wurden daher bereits erweitert. Einige Ergänzungen werden in Kürze erforderlich. Bitte nutzen sie diese Wege, wann und wo immer möglich.
Alle Golfspieler, vor allem unsere Mitglieder, können einen Beitrag zur Schonung der viel-begangenen und -befahrenen Pfade leisten, indem sie diese gezielt umgehen und v.a. auf vorhandene Wegweiser, d.h. Schilder („No Carts – No Trolleys“) und Absperrungen Rücksicht nehmen. Diese Wegweiser werden vom Greenkeeping nach Bedarf bewusst gesetzt, um an den betreffenden Stellen das Gras zu schonen und ein ordentliches Bespielen zu ermöglichen. Der eine oder andere Lauf- oder Fahrweg mag sich dadurch verlängern, aber die bewusste Rücksichtnahme erhält und fördert die Spielbarkeit insbesondere rund um Grüns, Bunker und Teiche.

Grundsätzlich gilt, dass Vorgrüns und Bereiche zwischen Grünbunkern und Grün für Trolleys und Carts tabu sind. Unsere Bitte an alle ist, diese „Abkürzungen“ sowie offensichtlich abgenutzte Flächen bewusst zu meiden. Bitte machen Sie auch Mitspieler regelmäßig darauf aufmerksam. Ihr eigenes Spiel an bzw. von diesen Stellen wird es Ihnen danken.
Entnahme kranker Bäume
Über die Bundesgrenzen hinaus plagt das Eschentriebssterben, ein unheilbarer Pilzbefall, der zum Eingehen der Bäume führt, die entsprechenden Eschen-Bestände, die auch unseren Golfplatz maßgeblich prägten und immer noch prägen. Allein aus Verkehrssicherungs-pflichten sind wir verpflichtet, kranke Bäume zu entnehmen, um Unfälle zu vermeiden. Aufgrund des bislang dichten Bewuchses fielen die schon erfolgten Entnahmen bisher kaum auf.
Bevorstehende und mittelfristig geplante Maßnahmen
Entnahme kranker Bäume und punktuelle Nachpflanzungen
Das weiter voranschreitende Eschensterben wird sich in Zukunft noch offensichtlicher bemerkbar machen. Es ist nicht auszuschließen, dass es in einigen Jahren keinen Eschenbestand auf unserem Platz’ mehr geben wird. Aufgrund der epidemischen Krankheit ist diese Baumart europaweit in ihrer Existenz bedroht. Die v.a. mit Blick auf unsere Verkehrssicherungspflicht notwendige, kritische Inaugenscheinnahme fand im Oktober statt und wird zu weiteren Fällungen im Verlauf des bevorstehenden Winters führen. Vor allem zwischen Bahn 9 und 10 wird es „licht“ werden.
Im Dialog mit Baumexperten, dem zuständigen Revierförster und mit Sachverständigen des DGV werden wir erörtern, welche Baumarten für gezieltes Nachpflanzen geeignet erschienen, d.h. mit den klimatischen Veränderungen und v.a. der zu erwartenden, zunehmenden Trockenheit und Temperaturanstiegen gut umgehen können. Wir streben an, bereits im Frühjahr an markanten Stellen einige Nachpflanzungen vorzunehmen.
Spielbarkeit in Baumreihen
An bzw. zwischen einigen Spielbahnen ist testweise geplant, das Finden und Spielen von Bällen zu erleichtern, indem um die Bäume herum das Unterholz nachhaltig entfernt oder das Hard-Rough auf Semi-Rough-Länge reduziert wird. Wo in den Testbereichen sinnvoll möglich, werden untere Astkränze entfernt.
Unter der oben hervorgehobenen Leitidee „Spielfreude und Spielfluss“ sollen Suchzeiten deutlich verkürzt und Spielbarkeit sowie Spielfluss entsprechend erhöht werden. Schlagverluste werden dort für „Querschläger“ weiterhin die Regel sein, jedoch nach Möglichkeit mit geringerem Risiko das Distanz- und Ballverlustes.
Die Wirkungen dieser Maßnahmen werden wir in der kommenden Saison beobachten und dann über das weitere Handeln entscheiden.
Vorbereitung für die Flutlicht-Beleuchtung an Driving Range und Chipping-Grün
Im Laufe der vergangenen Jahre zeichnete es sich ab, dass mit zunehmender Intensität auch in den Abend-Stunden und auch den Winter hindurch trainiert wird. Dem wachsenden Bedarf folgend, wird die eher provisorische Beleuchtung an der Driving Range durch eine Flutlichtanlage ersetzt, die auch Naturschutzbelange berücksichtigt. Das Klären der Voraussetzungen für deren amtliche Genehmigung hat sich über mehrere Monate erstreckt, liegt nun jedoch vor. Mit der Umsetzung wurde unverzüglich begonnen: Das Greenkeeping Team hat die erforderlichen Leitungen verlegt und Fundamente für die Masten gesetzt. In Kürze wird somit das Training von langem und kurzem Spiel unter (hoffentlich) hinreichender Beleuchtung der betreffenden Flächen möglich sein.
In der zurückliegenden Saison haben Mitglieder und Gäste auf unserem Platz eine Reihe wahrnehmbarer Veränderungen erlebt, während der allgemeine Pflegezustand auf unbestritten hohem Niveau erhalten blieb. Vor allem im Vergleich mit den Golfanlagen in der Region ist unser Platz überdurchschnittlich gut durch die Saison gekommen, trotz der anhaltenden Hitze- und Dürreperiode.
Dieses Update möchte ich dafür nutzen, unserem Greenkeeping Team unter der Leitung von Head-Greenkeeper Stefan Markfort ausdrücklich für ihr Engagement und für die erstklassigen Ergebnisse zu danken. „Auf der Terrasse“ und in zahlreichen Gesprächen mit Mitgliedern und Gästen, selbst im Verband, wird die Qualität unseres Platzes hervorgehoben. Wir sind dankbar, dieses Team zu haben, und sind stolz auf die Platz-Qualität, die uns das Team immer wieder zur Verfügung stellt!
Bericht + Fotos: RPS






