Blog-Artikel

 

In NRW sind seit dem 17.03.2020 alle Golfplätze gesperrt. Wir hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung, erhalten aber sehr unterschiedliche Informationen, wann denn nun tatsächlich und unter welchen Bedingungen die Anlagen öffnen dürfen. Mal sollte es der 04.05.2020 sein, nun der 06.05.2020. Aber spätere Termine sind leider durchaus auch noch möglich.

Sportangebote an der „frischen Luft“ – wie Golf - sollen unter Einhaltung von notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln stattfinden können, so die Staatskanzlei NRW. Aber vorerst keine Wettkämpfe, keine Zuschauer…

Eine abschließende Einigung in der Gesprächsrunde der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ist für die Staatskanzlei Bedingung für erste Lockerungen der Beschränkungsmaßnahmen im Sport – ein Vorpreschen der Landesregierung NRW bei der Freigabe der Golfplätze wird es offensichtlich also nicht geben. Anders als in Rheinland-Pfalz, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern bleiben die Golfplätze in NRW weiterhin geschlossen.

Für die Freigabe der Golfplätze braucht es angepasste Hygiene- und Abstandsregeln – und natürlich die notwendigen Anpassungen der Golfregeln. Das alles ist vom Deutschen Golf Verband in Absprache mit anderen Organisationen und Behörden am 22.04.2020 veröffentlicht worden – mit der Maßgabe, diese Vorgaben auf die Bedingungen der jeweiligen Anlage anzupassen.

Der Vorstand des GC Brückhausen hat am 23.04.2020 diese Anpassungen vorgenommen. Die vollständigen Regelungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb werden nach der Absprache mit den zuständigen Stellen zeitnah veröffentlicht.

Zwei Aspekte möchten wir aber hier vorab betonen, denn sie waren uns bei den Regelungen besonders wichtig: wir wollen möglichst vielen Mitgliedern die Ausübung des Golfsports ermöglichen und dabei die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.

Die vom Deutschen Golf Verband herausgegebenen und mit den zuständigen Stellen in den Ländern und im Bund abgestimmten Hygiene- und Abstandsregeln schreiben vor, dass nur Einer- oder Zweier-Flights zulässig sind. Um trotz dieser deutlichen Beschränkung möglichst vielen Mitgliedern eine Spielmöglichkeit geben zu können, werden bis auf weiteres nur 9-Loch-Runden möglich sein. Gestartet wird dementsprechend auf Tee 1 und Tee 10. Die Startmöglichkeiten werden somit verdoppelt.

Die Golfclubs in Rheinland-Pfalz wurden nach der Öffnung der Plätze überrannt. Um den zu erwartenden Andrang auch auf unserem Platz in geordnete Bahnen zu lenken, haben wir uns nach langen Überlegungen dafür entschieden, bis auf weiteres Startzeiten verpflichtend zu machen und zudem die Anzahl der buchbaren Startzeiten zu beschränken.

Mitglieder des GCB können ab vier Tage vor dem gewünschten Termin Startzeiten für eine 9 Loch-Runde buchen. Hier müssen bei der Buchung die Daten von beiden Spielern angegeben werden. In der Anfangsphase sind nur eine Startzeit pro Tag bzw. zwei Startzeiten pro Woche möglich.

Die Startzeiten können nur über PC CADDIE gebucht werden. Hier empfehlen wir die Installation der App, die sowohl im Apple App Store als auch im Android Play Store unter PC CADDIE Golf Club App verfügbar ist.

PC-Nutzer können über den folgenden Link zur Anmeldung gelangen und über den Internet-Browser die Buchungen vornehmen:

https://mobile.pccaddie.net/clubs/pcco/app.php?club=640&cat=start

Vielen wird die App bereits zur Anmeldung von Turnieren und zur Abfrage von Ergebnissen bekannt sein. Nach der Registrierung können Sie die Startzeiten komfortabel reservieren. Hierzu klicken Sie oben links auf Menü und dann auf den Eintrag Startzeit buchen. Anschließend können Sie sich den gewünschten Tag auswählen und den Tageskalender einsehen. Im Anschluss können die die Startzeit wählen und die persönlichen Daten des eventuellen Flightpartners eintragen. Nach Beendigung des Vorganges sollten Sie eine Buchungsbestätigung per E-Mail erhalten.

Wir hoffen mit Ihnen zusammen auf eine baldige reibungslose Wiederaufnahme des Spielbetriebs und wünschen Ihnen weiterhin gute Gesundheit.

 

Der Vorstand

Golfclub Brückhausen

 

 

Der GC Brückhausen hat in diesem Jahr erstmalig ein Biozid genutzt, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in diesem Jahr erfolgreich einzudämmen.

In den beiden letzten Jahren war der Befall der Eichen auf dem Clubgelände durch den Eichenprozessionsspinner (EPS) sehr stark. Die Raupen des EPS entwickeln ab dem dritten Stadium der Verpuppung giftige Stacheln, die zum Teil heftige allergische Reaktionen auslösen.

Das von der Firma Schulte-Tertilt aufgebrachte Mittel bekämpft die Raupen des Schmetterlings in den beiden ersten Stadien der Verpuppung.

Versprüht wurde das Mittel bei den großen Eichen unter Schutzkleidung mit Hilfe eines Hubsteigers. Bei den vielen kleineren Eichen langte der Arbeitskorb am Clubtrecker. Diese Behandlung mit dem für Mensch und Tier ungiftigen Mittel muss noch einmal wiederholt werden.

 

Die Entwicklung der EPS-Raupen in die gefährlichen Stadien der Verpuppung wird aber auch durch dieses Biozid nicht komplett verhindert werden können. Es ist zu erwarten, dass ein Teil der dann stacheligen Raupen zu einem späteren Zeitpunkt mechanisch abgesaugt werden muss, um die Gefährdung von Menschen auf dem Golfplatz zu verringern.

Der GC Brückhausen versucht, die Raupenplage auch durch natürliche Fressfeinde einzudämmen. Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners sind vor allem Blaumeisen. Die verstärkte Ansiedlung von Blaumeisen ist Ziel der seit zwei Jahren laufenden Aktion von Manfred Hürländer und seinen Mannschaftskameraden der AK65, die zahlreiche Nistkästen für den Club spendeten.

 

Text: JSt

Fotos: GCB

 

 

In manchen Monaten passiert im Greenkeeping so viel, dass es fast unmöglich ist, die Mitglieder vollständig zu informieren. Der April 2020 ist so ein Monat! Versuchen wir es trotzdem…

COVID-19 und das Greenkeeping-Team

In COVID-19 Zeiten das Allerwichtigste zuerst: bislang ist niemand im Team durch das Corona-Virus erkrankt. Hoffen wir, dass dies so bleibt!

Allerdings fallen seit Wochen Mitarbeiter aus anderen Gründen aus. Effektiv besteht das Team nur aus vier Mitarbeitern. Kurzarbeit war für das Greenkeeping des GCB kein Thema, denn Arbeit für die Kerntruppe gab es genug.

COVID19 bedingte Platzsperre

Seit dem 17.03.2020 ist unser Platz auf Grund behördlicher Auflagen gesperrt – so wie alle Golfanlagen in NRW.

Allen Mitgliedern sei gesagt: Sie verpassen wirklich was! Der Platz ist in einem sagenhaften Zustand durch den Winter gekommen. Die Grüns sind total gesund und kräftig in die Wachstumsphase gegangen, Aerifizieren und Vertikutieren haben die Grüns noch besser gemacht und der fehlende Stress für die Gräser durch das Ausbleiben des Spielbetriebs tut sein Übriges.

Die inzwischen vierwöchige Sperre hat den Grüns richtig gut getan, allerdings auch wesentliche Veränderungen für die Arbeit mit sich gebracht. Pflegemaßnahmen brauchen keine Rücksicht auf den Spielbetrieb zu nehmen und Maßnahmen können gestreckt werden oder entfallen.

 

Ein paar Beispiele:

Bunker werden normalerweise dreimal in der Woche bearbeitet. Dauer jeweils rund drei Stunden, macht 9 Stunden in der Woche, mehr als ein Arbeitstag. In Zeiten der Platzsperre reduziert sich der Arbeitsaufwand, da werden die Bunker höchstens noch einmal in der Woche gemacht. Wartet man viel länger mit der Bunkerpflege, macht sich das Unkraut breit, die Wiederherstellung der Bunker wird zu aufwändig.

Auch die Mäharbeiten werden durch die Platzsperre beeinflusst. So können die Mäharbeiten auf den Grüns auch tagsüber stattfinden, wenn die Gräser bereits getrocknet sind. Mit solchem Trockenschnitt ist die Schnittqualität deutlich besser (was jeder private Rasenbesitzer nachvollziehen kann – wer schneidet im privaten Garten nassen Rasen?).

Manche Arbeiten entfallen während der momentanen Platzsperre aber auch komplett: Bälle müssen auf der gesperrten Driving Range nicht aufgesammelt, gewaschen und wieder in den Automaten gefüllt werden.

Die große Dürre – im dritten Jahr in Folge?

Im Februar sind wir im wahrsten Sinne des Wortes noch abgesoffen, der Platz musste gesperrt werden, so viel Regen gab es.

In den letzten 5 Wochen sind dann allerdings nur noch 1,5 mm Regen gefallen. Kein Regen und fast die ganze Zeit recht starker Wind – eine Dürre ist die Folge. Kommt das dritte Dürrejahr in Folge?

Deutlich zu sehen ist die Dürre auf dem Platz noch nicht, weil die Teiche noch recht gut gefüllt sind und sogar die kleine Angel noch Wasser führt. Aber natürlich sieht man die Regner, die bereits jetzt im April versuchen, Dürreschäden zu vermeiden.

Den Gräsern im Rough ist es bereits deutlich zu trocken – da wächst nicht all zu viel.

Überall auf dem Platz sind massive Hitzerisse im Boden, die Drainageschlitze ziehen sich bereits wieder leicht zusammen, sacken ein und das Gras auf den Drainageschlitzen vergilbt.

Wasserversorgung

Die Beregnungsanlage arbeitet jede Nacht, um die Grüns mit Wasser zu versorgen.

Zusätzlich – und das ist die Lehre aus den letzten beiden Dürrejahren 2018 und 2019 – beregnen drei große mobile Standregner Grüns und vor allem auch die Vorgrüns während des Tages. Denn selbst wenn die fest installierten Grünsregner für zusätzliche Beregnungsschichten während des Tages eingeschaltet würden, bekämen die Vorgrüns nicht genügend Wasser.

Wir beschaffen gerade weitere Standregner, um nach der Öffnung des Platzes mehr Bahnen gleichzeitig zusätzlich beregnen zu können und die Störung des Spielbetriebs tagsüber möglichst gering zu halten. Die dafür benötigten Druckleitungen zur Wasserversorgung wurden bereits komplett verlegt.

Mit Sorgenfalten auf der Stirn betrachtet Head Greenkeeper Stefan Markfort allerdings seine beiden einzigen Waffen gegen Wassermangel auf den Fairways, denn die zwei italienischen Mobilregner sind rund 20 Jahre alt  und durch den Dauereinsatz in den beiden letzten Dürrejahren arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Ersatzteilbesorgung aus Italien war schon vor Corona ein Problem… Neue Regner stehen daher auf der Wunschliste des Head Greenkeepers – aber die Mindereinnahmen durch die Platzsperre müssen auch im Greenkeeping ausgeglichen werden.

In diesen Wochen wurde auch die Außentoilette auf der Bahn 6 an die Wasserversorgung angeschlossen. Die bislang nötige aufwändige Versorgung der Toilette mit einem Wassertank entfällt zukünftig.

Drainagen und Wegebau

Bau von Drainagen und Wegebau waren beide eigentlich weit vorne auf der To do –Liste des Greenkeepings für 2020. Im Februar war der Platz wochenlang wegen übergroßer Nässe gesperrt, Bauarbeiten waren daher nicht möglich. Die Durchführung aller Bauarbeiten musste nach der Wiedereröffnung dann auf Grund des Ausfalls von Mitarbeitern und der behördlich verordneten Platzsperre noch mehr geändert werden. Arbeiten im Umfeld der Grünbunker, die für den Sommer geplant waren, wurden in die Zeit der Platzsperre vorgezogen, weil diese Arbeiten während des Spielbetriebs problematischer gewesen wären. Der Bau von Drainagen und Wegen findet hingegen an Stellen statt, die nur geringe bis gar keine Beeinträchtigung des Spielbetriebs erwarten lassen und wurde daher zeitlich nach hinten geschoben.

Eigentlich war beim Drainagenbau nur die Sicherung der Drainage des Distanzbunkers auf der 9 vorgesehen. Beim routinemäßigen Spülen der Drainagen durch einen externen Dienstleister wurde allerdings auf der Bahn 15 festgestellt, dass dort eine unserer wesentlichen Drainagen verstopft ist. Daher wird auf der 15 im Zuge des Neubaus der Drainage des Distanzbunkers der Bahn 9 nun eine größere Drainagestrecke aufgenommen werden müssen. Beeinträchtigungen des Spielbetriebs sollten dennoch gering bleiben.

Der Wegebau wird begonnen, wenn die Arbeiten an den Bunkern und Drainagen beendet sind.

Bunker und Vorgrüns

Priorität wurde in den letzten Wochen Maßnahmen im Bereich der Bunker gegeben, die 2019 bereits angefangen wurden – Optimierung des Platzes und Beseitigung der Schäden durch jahrzehntelange Nutzung.

Seit Jahrzehnten wurde mit unzähligen Schlagen Sand aus den Grünbunkern auf die Vorgrüns geschaufelt. Im letzten Jahr wurden auf den ersten Bahnen die so entstandenen, zum Teil mehr als 50 cm hohen Sandhügel auf den Vorgrüns abgetragen.

Dieses Jahr wurde die Abwesenheit von Golferinnen und Golfern benutzt, um weitere Bunker und Vorgrüns zu bearbeiten. Gleichzeitig wurden bei diesen Arbeiten notwendige Optimierungsmaßnahmen durchgeführt. Mit solchen Optimierungen wurde 2014 bereits angefangen.

Wenn der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden darf, sollten die meisten der bearbeiteten Bereiche wieder weitgehend problemlos bespielbar sein.

Bahn 4

Im Vorgrün der Bahn 4 wurde der entstandene Sandhügel hinter dem Grünbunker abgetragen und die Bunkerkante wieder auf die ursprüngliche Höhe gebracht. Der Hügel vor dem Bunker, der auf keinem Architektenplan stand und schon immer den Blick auf wesentliche Teile des Bunkers versperrte, wurde im Zuge dieser Arbeiten am Bunker abgetragen.

 

 

Ein großer Teil der bearbeiteten Fläche wurde mit Rollrasen belegt, der Bereich vor dem Bunker aus Kostengründen eingesät.

 

 

Der Bunker ist jetzt beim Anspiel auf das Grün vollständig zu sehen. Der Distanzbunker auf der rechten Seite vor dem Teich und der Grünbunker links drohen jetzt gleichermaßen!

Bahn 11

Auf der Bahn 11 wurde der Sandauftrag im Vorgrün ebenfalls entfernt und die tiefer gelegte Fläche mit Rollrasen neu belegt.

 

 

Wie bei allen Arbeiten an den Bunkern wird auch hier gleich die Drainage erneuert.

Bahn 8

Der Topfbunker an Bahn 8 entwickelte sich über die Jahre zum immer größeren Problem für das Greenkeeping. Die ursprüngliche, recht unglückliche Modellierung des Bunkerumfeldes und der zusätzliche Sandauftrag durch Bunkerschläge in den Jahrzehnten der Nutzung machten die Pflege immer schwieriger. Um die Pflege zu erleichtern, wurde das Bunkerumfeld deutlich abgeflacht

 

 

Die grundsätzliche Gestaltung des Topfbunkers – über die sicherlich nachgedacht werden kann – wurde bei den Umbauten beibehalten. Nach der Verlegung des Rollrasens sieht man auf dem Foto vom umgebauten Topfbunker zwar vor allem die Wasserkaskaden des Rasensprengers, von dem hässlichen Hügel allerdings gar nichts mehr und deutlich mehr vom Grün als je zuvor.

 

 

Durch die Abflachung der Bunkerböschung sollte das Spielen aus dem Topfbunker auch leichter werden.

Bahn 14

Seit vielen Jahren war ein Hügel auf der Bahn 14 weit links vom Grün in Richtung der Ausgrenze optisch und pflegerisch eine echte Problemzone. Hier waren beim Bau kostengünstig restliche Erdmassen zu einem Hügel zusammengeschoben worden.

Andere Bereiche des Platzes waren bei Umbauten und Änderungen bislang allerdings deutlich vorrangiger als dieser Hügel, der weit außerhalb des Zielbereichs lag. Im Zuge der umfangreichen Arbeiten an den Rändern des riesigen Grünbunkers der 14 wurde der Hügel aber nun doch abgetragen und der Bereich neu eingesät.

 

 

Shaping der Umbauten

Alle Umbauten an den Bunkern wurden durch das Greenkeeping des GCB erledigt. Andere Clubs müssen für solche diffizilen Arbeiten, das sogenannte Shaping, teure externe Spezialisten - meist aus England oder Schottland – einfliegen lassen.

Im GCB geht das anders! Hier werden Shapingarbeiten von einem internen Dreamteam erledigt. Timo Sand, unser Stellvertretender Head Greenkeeper, macht mit dem Bagger das Shaping, Martin Garnschröder mit der Handschaufel das verbleibende Feintuning. Gemeinsam wird dann der Rest erledigt: Rollrasen so penibel wie Teppich im heimischen Wohnzimmer verlegen, Einsähen…alles wirklich vom Feinsten! Toll!

Insektenwiesen

Unser Rough, also der nur extensiv genutzte Bereich des Platzes, bietet das ganz Jahr über Insekten reichlich Nahrung, wie auf dem Foto zu sehen.

 

 

Zur Erweiterung des Nahrungsangebots für Insekten bieten wir zusätzliche Flächen als Blumenwiesen an. Die große Wiese zwischen den Bahnen 14 und 15 wurde jetzt neu mit Wildkräutern eingesät.

 

 

Zusätzlich wurde der langestreckte Hügel zwischen den Bahnen 7 und 8 mit Sonnenblumen eingesät.

 

Bahn 5

Und wenn man glaubt, es sei alles im Lot, dann kommt ein einzelnes Wildschwein.

 

 

Zuerst paradiert nachts ein mittelgroßes Wildschwein noch mal schnell an der Wildkamera des Jagdpächters vorbei und lässt sich fotografieren, dann wird der 2014 neu angelegte Herrenabschlag der Bahn 5 intensiv auf Nahrung untersucht. Folge der schweinischen Nahrungssuche für den Club: eine Riesensauerei, der Abschlag muss fast komplett erneuert werden.

 

 

Andere Folge- allerdings hoffentlich eher in Richtung Wildschwein: ein mobiler Hochsitz steht seit Kurzem hinter dem Grün der 4.

Waidmannsheil und unsere guten Wünsche für den baldigen Abschuss!

 

Fotos und Text; JSt 20.04.2020

 

 

Liebe Mitglieder,

aufgrund der aktuellen Situation wird das Sekretariat zu folgenden Zeiten telefonisch erreichbar sein:

Dienstag:                  10:00 Uhr – 16:00 Uhr

Mittwoch:                   10:00 Uhr – 16:00 Uhr

Donnerstag:             10:00 Uhr – 16:00 Uhr

Freitag:                      10:00 Uhr – 16:00 Uhr

 

Sehr gerne stehen wir Ihnen jederzeit per E-Mail zur Verfügung und wünschen Ihnen alles Gute und Gesundheit.

 

Ihr Team vom GCB

 

 

Spielbetrieb

Die COVID-19 Pandemie mit den von Bund und Ländern beschlossenen Kontaktbeschränkungen und der weiterhin bestehenden Schließung aller Sportstätten hat bereits deutliche Folgen für den Spielbetrieb der Verbände und natürlich auch für den Spielbetrieb des GC Brückhausen.

Zwei wichtige und überaus renommierte Turniere der Golfverbände sind bereits abgesagt oder verschoben, nämlich die Deutsche Lochspielmeisterschaft des Deutschen Golf Verbandes (DGV) und der Willy Schniewind-Mannschaftspreis des Landesgolfverbandes NRW.

Deutscher Golf Verband

Der Deutsche Golf Verband hat entschieden, die Deutsche Lochspielmeisterschaft, die eigentlich vom 7. - 10. Mai im fränkischen Golfclub Lichtenau-Weickershof ausgespielt werden sollte, in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen.

Alle anderen Veranstaltungen des DGV stehen derzeit noch auf dem Prüfstand, ihre Durchführung ist unsicher.

Fünf Wochen vor dem jeweiligen Turnier wird entschieden, ob ein Turnier stattfinden kann. Spätere Absagen nach diesem 5 Wochen-Termin nicht ausgeschlossen…

Deutsche Golf Liga - DGL

Für die Deutsche Golf Liga werden – je nach Zeitpunkt der Öffnung der Anlagen - Modelle gehandelt, eventuell nur die letzten drei angesetzten regulären Spieltage oder gar nur ein Qualifikationsturnier der jeweiligen 1. Bundesligen Nord und Süd durchzuführen, um die Finalisten der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für das Final Four im August in Gut Kaden zu ermitteln.

Golfverband Nordrhein-Westfalen (GV NRW)

Der Golfverband Nordrhein-Westfalen hat das Finale um den traditionsreichen Willy Schniewind-Mannschaftspreis (WSMP), der für den 25./26. April auf der Anlage des Golfclub Essen-Oefte terminiert war, noch nicht komplett abgesagt, sondern erst einmal nur verschoben. Eine Neuansetzung des Finales des WSMP ist komplett offen bis eher unwahrscheinlich.

Alle anderen Wettspiele des Landesgolfverbandes bis 30.04. wurden abgesagt.

Die jeweils ersten Spieltage bei den Ligaspielen AK30/50 und Jugend LL/BL wurden auf den offiziellen Nachholtermin verschoben.

Relevant wäre bei jeder Entscheidung des GV NRW zum weiteren Saisonverlauf zuallererst, wann die behördlichen Einschränkungen aufgehoben werden.

Die weitere Vorgehensweise muss vom Präsidium und dem Sportausschuss des Landesgolfverbandes noch festgelegt werden, z.B. ob der Ligabetrieb unmittelbar nach Wiedereröffnung der Anlagen starten soll oder ob es zwischen Beginn des allgemeinen, vielleicht auch durch behördliche Auflagen weiter eingeschränkten Spielbetriebs und dem Beginn der Ligaspiele einen zeitlichen Abstand geben soll.

Grundlage der Entscheidung des GV NRW sind auch Meinungsbilder, die bei Clubs in NRW abgefragt wurden.

 

Spielbetrieb im GC Brückhausen

 

Die Kontaktbeschränkungen und die erfolgte Schließung aller Golfanlagen beeinträchtigen natürlich auch den Spielbetrieb im GC Brückhausen. Die Anlage ist geschlossen.

Ob und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist völlig offen. Die Allgemeinverfügung der Gemeinde Everswinkel regelt die Dauer der kompletten Schließung, bislang nur bis zum 19.04.2020. Aber machen wir uns nichts vor: rechnen wir mit einer Verlängerung!

Während der behördlich verfügten Schließung der Anlage ist jeder Spielbetrieb untersagt. Die Allgemeinverfügung stellt klar, dass bei Zuwiderhandlungen Geldstrafen und Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren verhängt werden können.

Turnierplanung im GCB

Die Turnierplanungen der Damen und Herren wurden schon gekürzt. Ob diese Kürzungen langen werden?

Die Damen hoffen, am 21.04. ihren ersten Damennachmittag der Saison spielen zu können. Das traditionelle MS Turnier der Damen musste schon abgesagt werden.

Die Herren möchten am 22.04. den Herrennachmittag mit einem Einzel gegen Par beginnen lassen.

Die Auswirkungen auf den Turnierkalender des Clubs sind noch nicht abzusehen. Nur zwei Sachen sind klar: der Ostervierer musste abgesagt werden – und mit allem anderen hängen wir in der Schwebe, sind von der Auswirkungen der Seuche und den daraus notwendig werdenden Maßnahmen abhängig.

Wie lange das alles noch dauern wird?

Schwer zu sagen, aber die European Tour hat bereits das nächste ihrer Turniere abgesagt, die Irish Open, die Ende Mai stattfinden sollte. Ende Mai…

Priorität für den Vorstand hat bei allen Überlegungen zum Spielbetrieb die Gesundheit unserer Mitglieder und die Solidarität mit allen vom Corona-Virus Bedrohten. Unsere Mitglieder sehen das offensichtlich genauso. Die Schließung der Golfanlage wurde problemlos akzeptiert und eingehalten – es gab nur einige wenige Nachfragen, ob die Schließung wirklich sein müsse.

Bleiben wir alle möglichst vernünftig bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen und auch möglichst gesund!

 

Ihr Vorstand des GC Brückhausen

 

 

Der Platz ist momentan einfach ein Traum! Einen solch tollen Platzzustand hatten wir noch nie im März! Da unsere Anlage seit dem 17.03.2020 auf behördliche Anordnung hin gesperrt ist, zum Trost ein paar Bilder und viele Infos!

 

 

 

Der Frühling schlägt mächtig zu und lässt Bäume und Büsche auf dem Platz erblühen und ergrünen.

 

 

 

Die Grüns sind in einem phantastischen Zustand aus dem Winter gekommen, die Fairways schon wieder dicht. Die Schadstellen, die durch die zwei Jahre herrschende Dürre entstanden waren, sind durch zeitlich ideal erfolgte Nachsaaten und Düngungen fast vollständig verschwunden.

 

 

 

Allerdings darf durch die Sperre der Anlage niemand diesen Traumplatz genießen und darauf spielen – es ist wirklich schade, aber unvermeidlich.

Nun aber zur versprochenen Info…

Zwei Ziele stehen für das Greenkeeping im Vordergrund. Zum einen ist das der Schutz des Teams vor einer Infektion mit dem Corona-Virus, und damit verbunden natürlich das zweite Ziel, die Golfplatzpflege auch in dieser Zeit der Seuche sicherzustellen.

Schon lange bevor über behördliches Eingreifen zur Eindämmung der Seuche diskutiert wurde, war klar, dass Maßnahmen zur Gesunderhaltung aller Mitglieder des Greenkeeping-Teams nötig sein würden.

Deshalb wurde schon sehr früh soziale Distanz im Team geschaffen, indem das Team nicht wie üblich die Pausen in nur einem Raum verbringt, sondern auf zwei Aufenthaltsräume aufgeteilt wurde. Alle Teambesprechungen wurden zudem in die Maschinenhalle verlegt, wo ein großer Abstand zwischen den Mitgliedern des Teams eingehalten werden kann.

Das hat dazu geführt, dass auch die jahreszeitlich üblichen Infekte (wie Erkältungen) zwar zu Ausfällen führten, aber nicht im Team weiterverbreitet wurden und wir bislang keine Corona-Infektion haben. Hoffen wir, dass es so bleibt!

 

Keine Kurzarbeit

Einige Golfanlagen in Deutschland, darunter auch einige im Münsterland, haben bereits Kurzarbeit für das Greenkeeping eingeführt. Für uns ist das zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. Wir arbeiten seit einiger Zeit und für die nächsten Wochen aus verschiedenen Gründen sowieso mit reduzierter Personalstärke, so dass für die verbleibenden Mitglieder des Teams mehr als genug Arbeit da ist.

Die dauernden Regenfälle im Januar und Februar führten nicht nur zu einer wetterbedingten Schließung unserer Anlage in diesen Wochen, sondern auch dazu, dass wir eigentlich geplante Arbeiten an der Infrastruktur in dieser Zeit nicht durchführen konnten. Diese Arbeiten sind notwendig und müssen nun oder in den nächsten Wochen neben den für diese Jahreszeit üblichen Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.

 

Pflegemaßnahmen

Die Platzsperre hat für das Greenkeeping Vorteile. Pflegemaßnahmen können unbehelligt vom Spielbetrieb terminiert und durchgeführt werden. Es gibt keine Wartezeiten, in denen Greenkeeper darauf warten, dass eine Bahn wieder frei wird und kein notwendiges Wechseln auf eine freie Bahn.

Aber natürlich wollen die Greenkeeper eigentlich, dass Mitglieder und Gäste das tolle Ergebnis ihrer Arbeit genießen und wertschätzen können, der Platz also möglichst bald wieder geöffnet wird. Wann immer das sein wird…

Was ist bisher alles gemacht worden?

 

Grüns

Was muss sich das Greenkeeping sonst häufig anhören? „Kaum sind die Grüns toll, macht ihr sie wieder kaputt!“

Weil sich momentan aber kein Golfer über das „Kaputtmachen“ der Grüns beschweren kann, wurde etwas zeitaufwändig Neues gemacht.

Die Grüns, die wirklich in einem sagenhaften Zustand aus dem Winter gekommen sind, wurden tatsächlich „kaputtgemacht“ – und zwar richtig lange! Die Grüns wurden aerifiziert, also mit Hohlspoons gelocht, dann wurden die Löcher offen gelassen und erst einige Tage später die entstandenen Löcher teilweise mit Sand gefüllt. Der jetzt noch fehlende Sand wird dann noch weiter zeitversetzt in der ersten April-Woche aufgebracht und eingebürstet, um die Löcher komplett zu beseitigen.

Diese zeitlich gestreckte Maßnahme soll eine noch bessere Belüftung der Wurzeln und damit einen noch besseren Zustand der Grüns in der Saison als Folge haben. So etwas geht natürlich nur, wenn keine ungeduldigen Golfer mit den Hufen scharren…

Ach - und dann noch dies: in Brückhausen wird ja traditionell immer auf Sommergrüns gespielt. Naja, nicht ganz immer - wenn die Grüns gefroren sind, wird dann doch mal auf Wintergrüns ausgewichen.

 

 

 

Kurz vor Umstellung auf die Sommerzeit war dann auch das Ende der Wintergrüns gekommen. Alle Locheinsätze der Wintergrüns wurden ausgebaut. Jetzt ist also offiziell Sommer angesagt! (Und das ändert sich auch nicht dadurch, dass nach dem Schreiben dieses Artikels das Wetter umschlug und massive Bodenfröste auftraten.)

 

Fairways

Wie Sie alle wissen, hat der GC Brückhausen keine Fairwayberegnung. Die Dürre der letzten zwei Jahre hat den Fairways in den Sommermonaten ohne die nächtliche Dauerberegnung einer Fairwayberegnung sehr zugesetzt. Mit den Erfahrungen des Jahres 2018 konnten 2019 zwar auch ohne Fairwayberegnung mit unseren Mobilregnern die Schäden noch stärker als 2018 in Grenzen gehalten werden, das war aber nur mit hohem Personaleinsatz, hohem Wassereinsatz und, damit verbunden, hohen Stromkosten und Störungen des Spielbetriebs  möglich.

Im Herbst 2019 wurden Fairways und Semirough intensiv nachgesät, um die Schäden der zweijährigen Dürre möglichst vollständig zu beseitigen. Die Düngungen im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 wurden von Head Greenkeeper Stefan Markfort ideal terminiert. Resultat: auch die Fairways sind momentan ein Traum! Dazu beigetragen hat sicherlich, dass wenige Divots zu finden sind. Viele Golferinnen und Golfer sind nämlich der Aufforderung gefolgt, überall im Gelände den Ball aufzuteen und so Divots zu vermeiden.

Auf einigen Bahnen sind noch die Drainageschlitze deutlich zu sehen, die durch die Dürre der letzten zwei Jahre immer wieder absackten und wiederholt mit Sand nachverfüllt werden mussten. Es wird noch überlegt, ob und wann Soden auf diese Drainageschlitze verlegt werden können. Wetter und Personallage werden die Entscheidung des Head Greenkeepers bestimmen.

 

Vertidrainieren der Fairways

Die Dürre der letzten zwei Jahre hat es leider unmöglich gemacht, die Fairways in dem Maße zu belüften, das dem Greenkeeping unerlässlich erscheint. Der trockene und daher knallharte Boden zeigte unserer Vertidrain-Maschine ihre Grenzen beim Meißeln der notwendigen tiefen Löcher zur Belüftung der Fairways.

 

 

 

Nach den langen und ergiebigen Regenfällen im Januar und Februar ist der Boden in den tieferen Schichten nun ausreichend nass und nachgiebig, um die Fairways vertidrainieren zu können. Das stabile Hochdruckgebiet über Deutschland, die damit verbundene Trockenheit und die starken Winde im März haben allerdings die obersten Bodenschichten bereits wieder sehr stark austrocknen lassen. Sehr viel trockener darf der Boden nicht mehr werden!

Driving Range und viele Fairways wurden bereits vertidrainiert. Hoffen wir, dass sämtliche Fairways belüftet werden können, bevor der Boden zu hart für die Meißel wird. Der für Ende März vorhergesagte leichte Niederschlag  wird dabei eventuell helfen.

Aus Kostengründen werden wir dieses Jahr allerdings nur auf ungefähr der Hälfte der Fairways Sand aufbringen, um die entstandenen Löcher zu verfüllen.

In den letzten Jahren wurden immer sämtliche Fairways gesandet. Die zu erwartenden massiven Minderungen der Einnahmen durch die Schließung der Anlage (fehlendes Greenfee, keine Einnahmen der Driving Range) müssen durch vertretbare Einsparungen - auch im Greenkeeping - möglichst kompensiert werden, deshalb die Reduktion der Sandmenge und der damit verbundenen Kosten.

Offen gelassene Vertidrain-Löcher werden übrigens zügig von den Gräsern überwachsen, ein Nachteil der Spielqualität wird nicht mehr feststellbar sein, wenn die Anlage wieder geöffnet werden darf. Für die langfristige Verbesserung des lehmigen Oberbodens wäre eine vollständige Besandung aller Fairways allerdings von Vorteil.

 

Infrastruktur

Die Wochen der Zwangsruhe auf dem Platz haben es auch mit reduziertem Personalbestand erlaubt, Arbeiten an der Infrastruktur vorzunehmen. Es wurden beispielsweise zusätzliche Sickerlöcher angelegt, um Wasser besser im Boden versickern zu lassen.

Die Beregnungsanlage hat andere Arbeiten nötig gemacht. Abgesackte und beschädigte Beregnungsanschlüsse wurden repariert, wie hier zwischen Bahn 10 und 12.

 

 

 

In den nächsten Tagen werden dann auch Regnerköpfe an den Grüns, die durch das regelmäßige Nachsanden nun zu tief sitzen, wieder hochgesetzt und justiert. Aufwändiger Fummelkram!

 

 

 

Zudem wurde in den letzten beiden Jahren sehr deutlich, dass die Grüns in Zeiten der Dürre unterschiedlich viel Wasser über den Tag verteilt brauchen. Die Beregnungsanlage war aber nicht in der Lage, diese individuelle Wassermenge zu dosieren. Durch den Einbau von Ventilen an jedem Grün ist es nun möglich, ohne großen Aufwand die Beregnung einzelner Grüns von Hand anzusteuern.

All das war neben den normalen Pflegemaßnahmen möglich.

 

Ausblick

Was ist noch geplant, was scheint möglich?

Geplant ist einiges, die tatsächliche Umsetzung ist in der Zeit des Corona-Virus und anderer Unwägbarkeiten etwas anderes.

Notwendige Bauarbeiten an der Drainage von 9 und 15 und der Bau weiterer Wege waren schon für Januar und Februar geplant, konnten aber dort wetterbedingt nicht durchgeführt werden.

Um die Versorgung weiterer Platzbereiche mit Wasser problemlos zu ermöglichen, ist auch geplant, in der nächsten Zeit das Netz der bestehenden Druckleitungen zu erweitern.

All diese Arbeiten werden - wenn überhaupt - nur in kleinen Abschnitten durchgeführt, die unabhängig von der Personallage auch mit ziemlicher Sicherheit beendet werden können.

Bleiben wir alle möglichst gesund!

 

Text und Fotos: JSt 28.03.2020